Aus dem Spannungsfeld des Bosnienkrieges (Beginn 1990) wurde eine grafische Serie entwickelt, in welcher ich in fiktiven Pseudo-Kunstausstellungen (Vernissagen) die differenzierte Absurdität der Welt in einer Art "Bilderbogen" aufzeige.
Nach dem Goethe-Zitat "...das Absurde regiert eigentlich die Welt" wird mittels Wachskreidestift ein Personen- und Welttheater geboren, das Sinn und Unsinn, Realität und Phantasie, Gesellschaft und deren Ambivalenz, Kunst, Gedränge und Isoliertheit der Menschen aufzeigt. Der Künstler, die "small-talk"-Gesellschaft, die Modelle, Freunde und Besucher der fiktiven Vernissagen sind allesamt nur Spieler und Figuren einer Bühne und ihrer unterschiedlichsten Ebenen.
Als wesentlich erscheint die Frau: sie ist oft Mittelpunkt dieser Bildfolge als Dame, Gesprächspartnerin, als Modell oder Hure, aber auch als Opfer oder Protagonistin einer neuen Idee.
Kleine Monsterfiguren bringen Störungen oder Gewaltsituationen und Boshaftigkeiten in die Bildfolgen ein. Zuweilen führen sie ersatzweise das aus, was der Mensch treibt.
Die "Vernissagen" haben grundsätzlich einen Titel, zuweilen auch einen Untertitel. Man findet sie auf der Rückseite des jeweiligen Blattes. Mit zunehmender Gestaltung der grafischen Blätter werden die Kommentare ausführlicher. Die wenigen Großstadt - Ausschnitte von einzelnen Bildern zeigen die Stadt New York: erste Darstellung in Vernissage Blatt 2. In Vernissage Blatt 14 (Titel: "Nachfeier im Atelier des Künstlers") taucht die Vision des Künstlers am Atelierfenster erneut auf: der Maler blickt auf die Großstadt (New York) und hat die Vision einer beginnenden Zerstörung - oder ist diese Bedrohung schon Wirklichkeit?!